Joerg Staudacher

Marketing Automation B2B 2019

Aus dem Unterricht Marketing Automation B2B 2019 von Thomas Jansen Die gesellschaftlichen Werte und das Konsumverhalten haben sich durch die Digitalisierung stark verändert. Der Kunde ist dank Social-Media-Kanälen stark vernetzt und informiert, ist nicht mehr loyal gegenüber einem Unternehmen und zeigt ein nicht lineares Konsumverhalten (Merkle, 2020. S. 1 – 10). Der USP von Firmen «Kunden beraten» geht verloren. Der Kunde ist bereits bestens informiert. „62% aller B2B-Käufer sagen, dass sie einen Kaufentscheid basierend auf digitalen Inhalten treffen können“ (Schwarz, 2020, S. 7). „Über 90% der B2B Kaufentscheide beginnen mit einer Suchabfrage und der typische Kaufprozess ist in der Regel zu über 60% abgeschlossen, wenn erstmals ein Anbieter / Verkäufer involviert wird“ (Schwarz, 2020, S. 9). Generation Y (Millenials) gilt ein spezieller Fokus. Diese B2B-Käufer haben ganz andere Erwartungen an die B2B Beziehungen. Entsprechend musste sich Marketing in den letzten Jahren dem Wandel radikal anpassen. Heute muss der Kunde in seinem Entscheidungsprozess durch Marketing frühzeitig und im richtigen Zeitpunkt abgeholt und begleitet werden. Unzählige neue Technologien werden eingesetzt um das stark datengetriebene Marketing zu unterstützen. B2B-MARKETING Im B2B Marketing gilt als oberstes Ziel, „Kunden-Awareness zu schaffen, Image zu erhöhen und Umsätze zu steigern“. Zu den klassischen Marketinginstrumenten im B2B zählen vornehmlich „Events, Direct-Mailings, PR, Inserate, Outbound-Calls, Sales Unterlagen, Newsletter und Online-Marketing“. Das klassische B2B Marketing ist meist „outbound-driven“. Outbound-Marketing beinhaltet die klassische Kontaktaufnahme des Unternehmens mit potenziellen Kunden durch Werbebotschaften (Beschallung des Kunden). Outbound Marketing kann sehr gut durch Inbound-Marketing ergänzt werden. Bei Inbound-Marketing findet der Kunde selbst zum Unternehmen, wird erkannt und identifiziert. Zudem werden Kundendaten gespeichert, bearbeitet und für weitere personalisierte Interaktionen und Marketingmassnahmen genutzt. Inbound Marketing gewinnt klar an Bedeutung, da sich Märkte, Kundenverhalten und Entscheidungsprozesse von Kunden stark verändern.   MARKETING AUTOMATION (MA) Damit Marketing auf allen digitalen Kanälen personalisiert und flexibel eingesetzt werden kann werden die beiden Welten Inbound- und Outbound-Marketing verbunden. Hier kommt das „en vogue“-Thema “Marketing Automation“ ins Spiel. “Marketing Automation ist eine softwaregestützte Methode, um Marketingprozesse zu automatisieren. Dabei werden Nutzerprofile basierend auf deren Nutzerverhalten mit Informationen angereichert, um automatisierte Kampagnenprozesse für individuelle Kommunikation einzurichten“ (Schwarz, 2020, S. 14). Warum MA: Durch MA kann eine bessere Effizienz dank softwaregestützter Automation und zeitlich passender Bearbeitung der verschiedenen Leads erreicht werden. Zudem können individuelle und personalisierte Kundeninteraktionen zu einem besseren und nachhaltigerem Kundenerlebnis führen. Zum Weiteren sind Marketingaktivitäten endlich besser mess- und planbar. Hiermit können Return on Marketing Investments berechnet werden und die Marketing-Abteilung wird nicht mehr nur als «Kostenverursacher» abgestempelt. Ziele von MA (Beispiele): Anzahl generierter Leads Anzahl qualitativ guter und für Sales relevante und akzeptierte Leads Generierter Umsatz durch Wins Conversion von Marketing Leads zu Wins Kosten pro Lead Tools und Einführung von MA(T): Für MA sind über 70 Tools verfügbar. Für die Anschaffung eines geeigneten Marketing Automation Tools (MAT) ist es wichtig, dass die eigenen Ziele und geplanten Anwendungsbereiche, Prozesse und Systemlandschaften geklärt sind. Bevor ein MAT angeschafft wird, gilt es zuerst die Kultur und notwendigen Skills zu klären. Die Teams müssen so aufgestellt und womöglich verändert werden, damit MA abteilungsübergreifend verstanden, gelebt und akzeptiert wird. In der Beschaffungsphase ist es notwendig, dass alle internen Entscheidungsträger aus Marketing und Sales in die MAT-Findung miteinbezogen werden. Auch das Topmanagement muss überzeugt werden. Eine enge Zusammenarbeit der genannten internen Stakeholder ist essenziell um eine erfolgreiche Einführung von einem MAT sicherzustellen. In der Einführungsphase müssen 1-2 Schlüsselpersonen definiert werden, welche das Thema in der Tiefe kennen und vorantreiben. Viele kleine Schritte sind notwendig mit diversen A/B Tests bis ein für das Unternehmen gewinnbringendes MAT eingeführt ist. In der Nutzung des MAT sind klare Kriterien notwendig, wann ein Lead reif ist und an Sales übergeben werden kann. Zum Weiteren sind die Beurteilung und Bearbeitung der Leads äusserst wichtig. 5 SCHRITTE ZU MARKETING AUTOMATION Content Creation: Das Fundament bei MA sind zielgruppengerechte, verständliche, grafisch dargestellte und vor allem relevante Inhalte. Eine Content Strategie ist immer entlang der Buyers Journey zu entwickeln. Für die Erstellung der Inhalte ist der Einbezug von internen Experten äusserst wichtig. Auch Freelancer (z.B. Studierende) können eingesetzt werden um relevante Studien oder Bücher zusammenzufassen. Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt und genau überlegt welche Inhalte kreiert und publiziert werden sollen. Seeding & Lead Generation: Hier geht es darum, dass der Content in allen relevanten Kanälen bekannt gemacht wird. Der Kunde muss übers ganze Jahr hinweg erreicht und abgeholt werden. Eine Kombination von Suchmaschinenoptimierungen, Social Media Präsenz (LinkedIn, Twitter, Xing), Social Media paid oder Newsletter sind einige Beispiele hierfür. Zum Weiteren können über Mitarbeiter-Ambassadoren, welche über ein grosses persönliches Netzwerk verfügen, maximale Reichweiten generiert werden. Viele Firmen unterschätzen das Potential ihrer eigenen Mitarbeiter. Data Analytics: Hier gilt es Leads zu generieren. Damit sich ein potenzieller Kunde erkennbar macht brauchte es Instrumente. Dies kann durch gezielte Abfragen an Events, mittels Mailings oder Kontaktformularen und Experten-Chats erfolgen. Als gutes Beispiel einer qualitativ wertvollen Datengewinnung kann ein Weihnachtsmailing sein. Aufgrund der vielen Abwesenheiten während dieser Zeit erhält man durch die automatische Abwesenheitsnotiz sehr viele Daten. Ein gut durchdachtes Lead-Scoring-Modell ist essenziell. Hierzu muss die Zeitachse zwingend berücksichtig werden, so dass sich die Punktzahlen pro Lead nicht über Jahre automatisch addieren. Es kann immer sein, dass ein Mitarbeiter nicht mehr in einer Firma arbeitet und sich so das Lead-Scoring verfälschen würde. Eine regelmässige Bereinigung von alten Daten ist somit notwendig. Lead Nurturing: Mit diesem Instrument werden die «richtigen» Leads bearbeitet. Es wird erkannt, wann welcher Lead reif ist für die Übergabe an Sales. Ziel ist es, laufend neue Erkenntnisse zum Kunden zu gewinnen. Lead Nurturing soll so personalisiert wie möglich sein. Personas können hier als gutes Beispiel genannt werden. Um Kommunikationskollisionen zu verhindern muss ein sauberes Kollisionsmanagement eingeführt werden. Eine Kundeninteraktionsplattform soll ebenfalls geschafft werden damit Kundenanliegen bearbeitet und weitere nützliche Daten erhoben werden können. Lead Handover: Die rechtzeitige Übergabe des reifen Leads von Marketing an Sales ist der letzte und wichtigste Schritt. Eine enge Zusammenarbeit mit Sales ist hier notwendig, damit die Account Managers die Leads optimal nutzen können. Allenfalls macht es auch Sinn den Lead zum Beispiel an den Produktmanager zu übergeben, welcher dann

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Artificial Intelligence 2019

Aus dem Unterricht Artificial Intelligence 2019 berichtet Marco Ruh Artificial Intelligence 2019 (AI) ist die neue Technologien der Gegenwart, welche  neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Problematisch für viele Unternehmen ist, dass die Geschäftsleitung teilweise wenig Verständnis und Know-How im Data-Management und IT-Bereich mitbringt, und somit neue Möglichkeiten weder erkennt noch Entwicklungen vorantreibt. Klar ist, dass es den Weg zurück schon nicht mehr gibt: denn Software regiert schon längst unseren Alltag. Dies zeigt allein schon das Ranking der weltweit wertvollsten Firmen. Befand sich im Jahre 2001 Microsoft als einziges Techunternehmen unter den Top 5, überherrschten 2019 Microsoft, Amazon, Apple, Alphabet und Facebook die ersten fünf Plätze. Was ist Artificial Intelligence (AI)? Artificial Intelligence (AI) ist gleichzeitig Zukunft und bereits lange Bestandteil unseres Alltags in Smart Phones, Navigationssystemen und den Empfehlungen in Online Shops. AI ist der umfassende Begriff, gefolgt von Machine Learning und seit einiger Zeit Deep Learning, das durch die Fähigkeit Katzenbilder im Internet zu erkennen bekannt wurde und die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und Machine Learning vorantreibt. Steigende Rechenkapazitäten und preisgünstig verfügbare Massendatenspeicher ermöglichen die breite Nutzung von AI. Grosse Datenmengen, Big Data werden von künstlicher Intelligenz genutzt, z.B. um bei Facebook Personen auf Bildern zu erkennen. Das funktioniert über Machine Learning (ML). Dieses Verfahren nutzt einen Algorithmus, um Daten zu analysieren und durch die Daten zu lernen, um dadurch eine Aussage oder Vorhersage zu treffen. Das Machine lernt über die Anwendung des Algorithmus und die grossen Datenmengen selbst und passt den Algorithmus eigenständig an, um immer genauere oder bessere Aus- oder Vorhersagen zu treffen. Eine Stufe weiter geht das Deep Learning mit künstlichen neuronalen Netzwerken, die sich an den Abläufen im menschlichen Gehirn orientieren. Denkprozesse finden dort über mehrere, nachgelagerte Ebenen und immer neue Vernetzungen auf einer Ebene statt. Wie baut man ein Maschine Learning Model? – 4,5 Schritte zu AI Prepare Data: AI basiert auf Daten – ohne Daten keine Analyse. Extract Features: In der immensen Datenmenge gilt es Muster zu erkennen und zu benennen/labeln. Durch menschliches Zutun wird der Start-Algorithmus festgelegt, etwa indem Begriffe und Zusammenhänge definiert werden: das ist ein Tisch, das ist eine Flasche, eine Flasche dient zur Aufnahme von Flüssigkeiten, usw. Train Model: Im nächsten Schritt geht es um die Anwendung der Modelle. Ein Algorithmus ist im Grunde eine Regieanweisung. Ein Beispiel ist die Frage: Wie komme ich aus diesem Zimmer hinaus? Oder die Anweisung: Führe mich aus diesem Zimmer hinaus.  Ein Algorithmus könnte in diesem Fall lauten: Laufe geradeaus, bei Hindernissen links abbiegen. Die Komplexität von Algorithmen lässt sich dabei beliebig erweitern: Beispiele dafür wären Deep Learning Modelle wie Siri und Google Maps. Wie beim Auto ist es dabei sinnvoll, je nach Bedarf das passende Modell zu wählen. Fahre ich kurz in die Stadt nehme ich den kleinen wendigen Smart, fahre ich nach Italien in die Sommerferien bevorzuge ich den Audi A4. Evaluate Model: Wie verhalten sich das Modell und der Algorithmus im Verlauf der Zeit, bleiben sie verlässlich? Um das Modell zu evaluieren werden weitere Datenelemente eingelesen. In unserem Beispiel Wie komme ich aus diesem Zimmer hinaus? war man in drei bis vier Schritten aus dem Schulzimmer. Fügt man z.B. das Datenelement ein, Hier ist ein Tisch, … Rinse & Repeat: Kritisch ist der letzte Schritt des Rinse & Repeat, d.h. die Modelle müssen stetig trainiert, korrigiert, betrieben und unterhalten werden. Geschieht das nicht verselbständigt sich das Model und die Betrachtung ist alleine Modell getrieben bzw. Model Driven. Das kann auch nachteilig oder gar schädlich für das anwendende Unternehmen sein. Unter anderem wegen der hohen Aufwendungen für die fortwährende Modellpflege und der Risiken wenden bislang nur wenige Schweizer Unternehmen Machine Learning an. Was bedeutet Artificial Intelligence 2019 (AI) für Unternehmen Daten werden Vieles verändern. Es sind bereits viele neue Daten getriebenen Geschäftsmodelle entstanden und es wurden zahlreiche Geschäftsprozesse automatisiert. Vom Supply Chain bis zur Customer Interaction, das Potential ist sehr gross. Hier eine Auswahl von Anwendungsfeldern: Supply Chain Monitoring – Assisted Communication Execution Automation – Risk Monitoring Predictive Analytics – Opportunity Sourcing Compliance Automation – Market Insights Backoffice Automation – Customer Profiling Better Support – Customer Interaction Der ausschlaggebende Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg ist die Ausschöpfung des vollen Potentials der digitalen Wertschöpfungskette. Die Wahl eines geeigneten Geschäfts- und Betriebsmodells ist entscheidend, um den erfolgreichen Weg in die Zukunft zu ebenen. Dabei wird der Einsatz von AI zu einer weitreichenden Transformation führen, die nicht nur Auswirkung auf einzelne Unternehmen, sondern den gesamten Markt haben. Fazit Das technischer Wandel Veränderungen mit sich bringt ist nichts Neues. Die Unmenge an neuen Daten hat zahlreiche neue Geschäftsmodelle und veränderte Geschäftsprozesse mit sich gebracht und wird dadurch auch in Zukunft einen grossen Einfluss auf Unternehmen haben. Die Digitalisierung und insbesondere AI stehen noch ganz am Anfang und das Potenzial ist sehr gross. Unabdingbar für die Zukunft von Unternehmen ist, dass sich die Verantwortlichen beim Entwickeln neuer Geschäftsmodelle mit dieser Materie auseinanderzusetzen. Dabei kann durchaus die Devise gelten: Weniger ist mehr. Besser mit kleinen, überschaubaren Schritten beginnen als den Anschluss gänzlich zu verpassen. Quellen: HWZ The Power of Big Data. Abgerufen von https://www.hwzdigital.ch/the-power-of-big-data/ am 26.11.2019 PWC Big Data Bedeutung Nutzen Mehrwert, Abgerufen von: https://www.pwc.de/de/prozessoptimierung/assets/pwc-big-data-bedeutung-nutzen-mehrwert.pdf am 26.11.2019

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Kundenwert 2019

Aus dem Unterricht Kundenwert 2019 berichtet Roman Bochsler Die Frage nach dem Kundenwert ist für jedes Unternehmen von besonderem Interesse, wobei als erstes ein gemeinsames Verständnis geschaffen werde muss, was denn der Kundenwert für den Kunden wie aber auch für den Anbieter ist. Beim Kundenwert für den Kunden spricht man vom Kundennettonutzen. Dieser manifestiert sich im vom Kunden wahrgenommenen Wert. Für die Unternehmen ist der Kundenwert dagegen der Wert eines Kunden. Für die nachfolgenden Ausführungen bezüglich der Kundenwertberechnung 2019 ist ausschliesslich der Wert eines Kunden für den Anbieter von Relevanz. Die Herausforderung für die Anbieter besteht darin, dass ein möglichst grosser Kundennettonutzen für den Kunden sowie einen möglichst grossen Kundenwert für sie selber erzielt werden muss, um eine längerfristige Kundenbeziehung erzielen zu können. Wieso ist nun aber das aktive Bearbeiten des Kundenwertes des eigenen Kundenstammes so wichtig für einen Anbieter? Das Kundenwertmanagement lohnt sich darum, weil der Unternehmenserfolg dadurch gesteigert werden kann. In anderen Worten: es besteht ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Kundenwertmanagement und Unternehmenserfolg. Da die meisten Anbieter unter dem Gesichtspunkt der Profitabilität eine Anzahl unterschiedlichster Kunden haben und für deren Beziehungspflege die aufgewendeten Ressourcen optimal eingesetzt werden müssen, ist es von grosser Wichtigkeit, die eigenen Kunden nach ihren Potenzialen, die vom entsprechenden Unternehmen genutzt werden können, einzuschätzen, sowie die dann daraus resultierenden Marketing- und Verkaufsaktivitäten zu definieren. Fazit: dies sind auch die Gründe, warum die Bewertung von Kunden heute für viele Unternehmen die wichtigste Segmentierungsart ist. Ein Kundenwert kann grundsätzlich auf der Basis des Transaktionpotentiales erfolgen oder aber durch eine Einschätzung mittels Relationspotentialen. Die Determinanten des Transaktionspotenziales sind das Basisvolumen (verwendet bei der ABC-Analyse), das Kostensenkungspotential (je treuer ein Kunde, desto grösser ist das Kostensenkungspotential) sowie das Wachstumspotential (Intensivierung, Cross Selling, Up Selling, sinkende Preiselastizität). Bei den Relationspotentialen spielen das Referenz-, das Informations-, das Kooperations- und das psychische Inputpotenzial eine Rolle. Methoden der Kundenbewertung (Quelle: Rennhak, Carsten. Herausforderung Kundenbindung . Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag,2006.) 2. ABC-Analyse Die ABC-Analyse kommt ursprünglich aus der Lagerhaltung. Grundlage der Methode bilden das Paretoprinzip («80/20 Regel») sowie die Lorenz-Kurve. Sie ist ein betriebswirtschaftliches Analyseverfahren, welches die Kunden in A-Kunden, B-Kunden und C-Kunden einteilt. Diese Kundenwertberechnung sagt aus, welche Kunden am stärksten am Umsatz des Anbieters beteiligt sind (A-Kunden) und welche am wenigsten zum Umsatz beitragen (C-Kunden). Für die Kundenbewertung bedeutet das: mit lediglich 20% der Kunden werden bereits 80% des Umsatzes erzielt (A-Kunden = hohe Bedeutung), 30 % der Kunden bringen 15 % des Umsatzes (B-Kunden = mittlere Bedeutung) und von 50 % der Kunden kommen nur 5 % des Umsatzes (C-Kunden = geringe Bedeutung).Die Vorteile der ABS-Methodik sind: super einfach, geht schnell und sehr übersichtliche Darstellung möglich. Die Nachteile sind: der Blick richtet sich ausschliesslich in die Vergangenheit, keine Garantie, dass die Umsätze in Zukunft identisch sind, vernachlässigt Kosten- und Margenbetrachtungen, keine qualitativen Faktoren. 3. Kundendeckungsbeiragsrechnung Eine weitere Methode zur Bestimmung des Kundenwerts ist die Kundenerfolgsrechnung oder auch Kundendeckungsbeitragsrechnung genannt. Der Unterschied zur “normalen” Deckungsbeitragsrechnung liegt darin, dass mit ihr dargestellt wird, welchen Deckungsbeitrag ein bestimmter Kunde erbringt, nachdem alle ihm eindeutig zuordenbaren Kosten (also per Beleg zuordenbar), von den Erlösen abgezogen sind. Folglich wird der Beitrag eines einzelnen Kunden zum Unternehmensergebnis gemessen und auf diesem Weg seine Profitabilität ermittelt. Vorteil: Einbezug der Kostensicht, Betrachtung des Deckungsbeitrages, viel besser Entscheidungsbasis Nachteile: Kostenzuweisung schwierig, oft sind die nötigen Informationen nicht vorhanden, Fixkosten pro Kunde schwierig zu eruieren, Blick in die Vergangenheit, keine Zukunftsperspektiven 4. Scoringmodell / Nutzwertanalyse Die Nutzwertanalyse ist ein Bewertungsverfahren, mit dem der Wert resp. die Priorität eines Kunden nach mehreren verschiedenen Zielkriterien bewertet und verglichen werden können. Dafür werden qualitative und quantitative Beurteilungsparamter herangezogen. Quantitative Bewertungskriterien sind z.B. Umsatz, Kundendeckungsbeitrag oder Kundenpotential. Als qualitative Bewertungskriterien werden z.B. Kundentreue, Entwicklungspotential oder das Kooperationspotential miteinbezogen. Das Unternehmen legt Kriterien fest, gewichtet diese und bewertet die zur Verfügung stehenden Alternativen anschliessend anhand der gewichteten Kriterien. Vorteile der Nutzwertanalyse sind: individuelle Auswahl der Gewichtung der Bewertungskriterien, Einnahme einer unternehmungsspezifischen Sichtweise. Nachteile sind: hohe Subjektivität des Scoring-Modells bei der Auswahl der relevanten Kriterien sowie deren Gewichtung. 5. Customer Lifetime Value Das Grundprinzip des Customer Lifetime Value liegt in der Interpretation der Kundenbeziehung als Investitionsobjekt. Die Bewertung erfolgt hier anhand einer dynamischen Investitionsrechnung (Kapitalwertberechnung). Dazu werden zukünftige Zahlungsüberschüsse diskontiert und im Anschluss diese Differenzen aus Einzahlungen und Auszahlungen aufsummiert. Der CLV beschreibt also den zu erwarteten Gewinn über die gesamte Dauer der Kundenbeziehung – diskontiert auf den Betrachtungszeitraum. Dadurch werden auch zukünftige Erlöse und Aufwendungen berücksichtigt, sodass sich kurzfristige Verzerrungen durch Investitionen (z.B. Werbung) nicht negativ auf den Kundenwert ausschlagen. Schliesslich werden im Rahmen des Relationship Marketings langfristige Kundenbeziehungen immer wichtiger. Der CLV berücksichtigt diese Entwicklung, sodass nicht mehr die Vorteilhaftigkeit jeder einzelnen Transaktion mit dem Kunden im Vordergrund steht. Schliesslich stehen den verhältnismäßig hohen Kosten in der Anbahnungsphase (Werbung, Aussendienstbesuche etc.) vergleichsmässig geringe Erträge gegenüber. Dies ändert sich dann meistens in der Kundenbindungsphase des Lebenszyklus wieder. Die Erträge steigen, die hohen Kosten der Anbahnungs- und Sozialisationsphase sinken. Demnach können zugunsten höherer Kundenerlöse in der Zukunft, in der Phase der Kundenakquisition „Investitionen” (Werbung, Außendienstbesuche) getätigt werden, die sich erst im Laufe der Geschäftsbeziehung amortisieren. Vorteile: mehrdimensional, qualitative Aspekte, Blick in die Zukunft. Nachteil: nur für Branchen sinnvoll, bei welchen man die zukünftigen Erträge einschätzen kann resp. die Erträge keine grösseren Schwankungen aufweisen, Einschätzung der Dauer der Kundenbeziehung. 6. Kundenportfolio Bei den Portfilio-Techiken werden die Kunden zweidimensional in die Kundenstruktur eingeteilt. Dabei wird eine interne Erfolgsgrösse (Lieferantenposition oder relativer Marktanteil) sowie eine externe Potenzialgrösse für die Bewertung herangezogen. Als Ergebnis werden dann die Kunden eingeteilt in Problemkunden, Ertragskunden, Entwicklungskunden und Star-Kunden. Bei den Problemkunden kann kein genügend grosser Deckungsbeitrag erwirtschaftet werden, der eine langfristige Kundenbeziehung rechtfertigt. Eine rasche Beendigung der Kundenbeziehung ist dann von Nöten, wenn aufgrund einer schlechten oder sogar erodierenden Kundenzufriedenheit eine negative Mund-zu Mund-Propaganda stattfinden sollte. Bei den Ertragskunden steht die Abschöpfung im Mittelpunkt der Geschäfte und die kundenspezifischen Kosten werden heruntergefahren, um die freiwerdenden Mittel in die Akquise fliessen zu lassen. Die Entwicklungskunden stehen noch am Anfang der Kundenbeziehung und sind zu entwickeln. Mit diversen Massnahmen werden diese Kunden üblicherweise gebunden (Rabatte, vorteilhafte

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Live Marketing 2019

Vieles wird heutzutage digitalisiert und nicht wenige sagen Messen und sonstigen analogen Events eine eher schwierige Zukunft voraus. Doch dabei geht vergessen, dass Live Marketing Events über besondere Vorzüge verfügen. Emotionen sind für Marken und Produkte von enormer Wichtigkeit. Begeisterte, emotionaliserte Menschen kaufen eher und bleiben länger treu. Genau solche positiven Emotionen lassen sich wunderbar anhand von Live Marketing vermitteln. Live Marketing Events bedienen alle Sinne und eine Marke wird durch Gerüche, Bilder und ein dargebotenes Erlebnis, spür- und erlebbar. Damit ein Live Marketing Event erfolgreich wird, lohnt es sich als Unternehmen gewisse Megatrends zu beobachten und diese ins Konzept einfliessen zu lassen. Für das Live Marketing zentrale Megatrends sind unter anderem: Datenwichtigkeit / Connectivity / Individualität / Digitalisierung. Um ausserdem als Unternehmen herauszustechen, lohnt sich die Besetzung eines Themenfeldes. Mit einer Themenführerschaft kann sich ein Unternehmen als Experte in einem gewissen Themenbereich positionieren und verankert sich so positiv in den Köpfen der Menschen. Das besetzte Themenfeld kann einen zielgerichteten Live-Auftritt extrem positiv beeinflussen. Das Unternehmen muss sich im Klaren sein welche Botschaften vermittelt werden sollen und diese Botschaften müssen in das Stand-Konzept einfliessen. Neben der positiven Emotionalisierung und der Vermittlung von Botschaften sind Live-Events sehr gute Möglichkeiten um Kontakte zu generieren und bestehende Kontakte auszubauen. An einem Live Marketing Event kann eine viel höhere Kontaktzahl in einem relativ kurzen Zeitraum erzielt werden. Die generierten Kontakte sollen unbedingt im Nachgang weiterverfolgt werden. Damit ein Unternehmen die richtige Plattform für einen Live Aufritt wählt, ist es wichtig die Zielgruppe zu kennen. Befindet sich die Zielgruppe an einer branchenüblichen Messe oder schätzt die Zielgruppe doch eher einen anderen Rahmen? Nur wer seine Zielgruppe kennt, trifft die richtige Entscheidung. Wie in vielen anderen Bereichen auch, wird sich das Live-Marketing verändern und neue Technologien integrieren müssen um auch künftig die oben erwähnten Mehrwerte für Unternehmen generieren zu können.

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Kundenbeziehungsstrategien 2019

Aus dem Unterricht Kundenbeziehungsstrategien 2019 berichtet Renato Wyss «Nichts ist so beständig wie der Wandel» meinte vor gut 2500 Jahren bereits Herakles und hat in all den Jahren nicht an Richtigkeit verloren. Dies zeigt sich besonders im Verkauf und Marketing. In den goldenen 50er und 60er Jahren fokussierte sich das Marketing ausschliesslich auf das Produkt. Die 70er und 80er Jahre waren hingegen von der Markt- bzw. Wettbewerbsorientierung geprägt. Erst die 90er Jahre brachten den Kunden in den Fokus. Seit über 20 Jahren befindet sich das Marketing in den entwickelten Ländern in der Phase der Kundenorientierung (nach Bruhn, 2000). So sind es aber die in vielen Branchen mittlerweile gesättigten Märkte, welche Unternehmen dazu zwingen, sich über ein Kundenbeziehungs-Management nicht nur Gedanken zu machen, sondern im Unternehmen konkrete Kundenbeziehungsstrategien  zu definieren und etablieren. Dabei ist zu beobachten, dass manche Dimensionen von Kundenbeziehungsstrategien stärker in der Praxis genutzt werden, als andere. Welche Strategien gilt es nun aber zu definieren? Wenn wir als Basis einen der unzähligen in der Literatur anzutreffenden Kundenlebenszyklus nehmen, dann lassen sich daraus vier grundlegende Kundenbeziehungsstrategien ableiten: Die Kundengewinnung, das Kundenwachstum, die Kundenbindung sowie die Kundenrückgewinnung. Für die Phase der Kundengewinnung, passt das aus dem Marketing als Werbewirkungsprinzip bekannte AIDA-Modell (Attention – Interest – Desire – Action) perfekt. Bei Attention und Interesst geht es um die Interessensgewinnung, während Desire und Action die Strategie zur Neukunden-Akquisition definieren. Zentrale Elemente der Kundengewinnungsstrategie sind die Segmentierung (nach Produkten und Kunden) sowie die Definition der Absatzkanäle. Letzteres hängt nur bedingt davon ab, ob Sie in einem B2B- (Business-to-Business) oder B2C-Markt (Business-to-Consumer) tätig sind. Ob Direkter- oder Indirekter-, Ein- oder Mehrkanalvertrieb. Die Determinanten für die Entscheidung der Vertriebswege liegen beim Zielmarkt, beim Produkt selber, bei der Konkurrenz aber auch bei den Bedingungen im generellen Marktumfeld. Besonders im B2B-Umfeld sind die Investitionskosten zur Kundengewinnung oft hoch. Ein ROI (Return-On-Investment) wird teilweise erst nach mehreren Monaten oder Jahren erreicht. Mit einer Strategie zum Kundenwachstum kann der Kundenbezogene Gewinn über die Zeit der Kundenbeziehung deutliche erhöht werden. Das klassische Instrument ist der Folgeverkauf. Sie kaufen einen Drucker und benötigen in regelmässigen Abständen Toner. Ebenfalls oft trifft man im Alltag das Cross- und Up-Selling an. Sie kaufen z.B. einen einzelnen Burger und der Verkäufer fragt sie ob Sie noch Pommes dazu möchten… Klassisches Cross-Selling. Entscheiden Sie sich aber für das gesamte Burger-Menu, haben sie ein Up-Selling getätigt. Cross- und Up-selling sollten keine Zufallsverkäufe sein, sondern setzen eine gezielte Analyse jeweiligen Produkte und natürlich Kunden voraus. Egal in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist, je höher der Share-of-Wallet (Kundenanteil) eines Kunden beim jeweiligen Unternehmen ist, desto weniger gibt er beim Mitbewerb aus und desto höher wird der Kundenbezogene Gewinn. In eine effektive Kundenwachstums-Strategie gehört auch das Weiterempfehlungsmanagement. Eine positive Weiterempfehlung ist die beste Werbung. Deswegen honorieren heute viele Unternehmen ihre bestehenden Kunden für Weiterempfehlungen. Eine Studie von Nielsen zeigt auf dass 92% der Konsumenten einer Weiterempfehlung (Word of mouth) von Bekannten mehr trauen als jeglicher Form der Werbung. Dieser Wert ist in den vergangen 10 Jahren sogar um 18% gestiegen. Aber wie finden Sie nun heraus, ob Ihr Unternehmen oder Produkt weiterempfohlen wird? Eine gute Methode ist der Net Promoter Score (NPS). Diesen ermitteln Sie mittels Kundenbefragung, wobei der NPS Score als Absolute Zahl die Differenz zwischen denen welche das Unternehmen weiterempfehlen, und denen die es nicht tun, ist. Je höher der Score, desto eher werden Sie weiterempfohlen. Wie bereits beim Kundenwachstum erwähnt, wird der Kundenbezogene Gewinn in der Regel höher, je länger er dem Unternehmen treu bleibt. Eine Strategie zur Kundenbindung macht es für Mitbewerber schwieriger Kunden abwerben zu können, bzw. reduziert die Wechselbereitschaft beim diesen. Zudem ist das Halten und Nutzen bestehender Kundenpotentiale einfacher und in der Regel kostengünstiger als neue Kunden zu Akquirieren. Im Durchschnitt gehen 65 Prozent des Unternehmensgeschäfts auf bestehende und zufriedene Kunden zurück (Quelle: Prof. Dr. Florien Siems, RWTH Aachen nach Werani 2002). Eine neuen Kunden zu Akquirieren kostet je nach Branche um das 5- bis 15-fache mehr. Einer der grössten und wichtigsten Einflussfaktoren auf die Kundenbindung ist die Zufriedenheit. Langfristige Zufriedenheit führt zu höher Loyalität und macht im Besten Fall Kunden zu Fans. Regelmässige Kundenzufriedenheits-Umfragen sind heute für jedes Unternehmen Pflicht. Aber insbesondere ein gut funktionierendes Beschwerde-Management stellt sicher, dass Kunden auch bei einem negativen Erlebnis nicht zum Mitbewerb wechseln. Ein attraktives Loyalitäts-Management reduziert die Wechselbereitschaft zusätzlich. Eine andere Möglichkeit, Kunden langfristig an ein Unternehmen zu binden, sind z.B. Wartungsverträge mit einer fixen Laufzeit im B2B Umfeld. Durch den Einsatz eines modernen CRM-System (Customer Relationship Management, z.B. Salesforce, Dynamics365) können diese Verträge optimal gemanaged werden, und z.B. vor Ablauf verlängert werden. Trotz optimaler Kundenbindung wird es immer wieder vorkommen, dass man als Unternehmen Kunden verliert. Die Kundenrückgewinnung ist in der Regel mit ebenso hohen Kosten wie die Kundengewinnung verbunden. Daher sollte genau analysiert werden, ob sich eine Rückgewinnung lohnt. Drei Fragen sollte sich ein Unternehmen hierbei stellen: 1. Wie wertvoll ist der abgesprungene Kunde? 2. Aus welchem Grund ist er abgesprungen? Wie gewinnen wir ihn zurück? Die Kundenrückgewinnungs-Strategie sollte also in jedem Fall eine Instrument zur Befragung enthalten, um zu Erfahren warum dieser «abgewandert» ist. Eine Analyse daraus gibt dem Unternehmen wichtige Erkenntnisse, wie die zuvor beschriebene Strategie zur Kundenbindung angepasst werden kann. Fazit: Effektive Kundenbeziehungsstrategien sind als das Grundgerüst für ein nachhaltiges und funktionierendes Kundenbeziehungs-Management. Dabei sollte aber nie vergessen werden, dass nur der Wandel beständig ist. Die einmal erarbeiteten Strategien sollten in regelmässigen Abständen hinterfragt und angepasst werden.

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Künstliche Verknappung 2019

Künstliche Verknappung als Verkaufsstrategie von Flavio Gwerder Was ist künstliche Verknappung überhaupt? Künstliche Verknappung wird angewendet, wenn der Zugang zu einem bestimmten Angebot eingeschränkt wird, meistens zeitlich oder mengenmässig. Durch diese Einschränkung sollen die Kunden zu einer schnelleren Kaufentscheidung oder überhaupt zu einer positiven Kaufentscheidung bewegt werden. Denn wenn nur noch wenige Exemplare oder Plätze vorhanden sind und nur noch wenig Zeit verbleibt, greift der Kunde eher zu, anstatt noch lange zu überlegen und zu vergleichen. Künstliche Verknappungen können in Form von Limited Editions, Sonderkollektionen oder Designer-Editionen wie auch über inszenierte Mengenbeschränkungen geschaffen werden. Auch Mengenbegrenzungen (z.B. nur zwei Stück je Kunde) oder eine Begrenzung der Vertriebspunkte sind möglich. Ausserdem kann die Abgabe der Produkte an bestimmte Konditionen geknüpft werden, beispielsweise an den Eintrag in eine Warteliste oder an die Präsenz in einer Warteschlange vor dem Release-Termin eines neuen Produktes. Die Kommunikation der Knappheit ist ebenfalls sehr wichtig: Dabei werden Prognosen über eine mögliche Nichtverfügbarkeit von Produkten gestreut. In diesem Zusammenhang heizt die Nachfrage potenzieller Konkurrenten das eigene Verlangen nach einem Produkt an. Dass das begehrte Angebot von jemand anderem weggeschnappt werden könnte, ist für den Kunden noch unerträglicher. Dabei werden aus zaghaften oder unschlüssigen Interessenten entschlossene Kunden, die sich kurzerhand und zielgerichtet für ein Angebot entscheiden. Luxusmarken = Knappheit + hohe Qualität + hoher emotionaler Nutzen Beispiele für künstliche Verknappung Bei Rolex beispielsweise beträgt die Wartezeit für das Modell Daytona aus Stahl bis zu 10 Jahre. Diese Uhr erscheint dem Rolex-Fan daher umso attraktiver. Ausserdem darf nicht jeder Juwelier mit Rolex-Uhren handeln, da Rolex die Juweliere als Vertragspartner nach bestimmten Kriterien auswählt. Im Internet werden diese Uhren immer wieder zu einem weitaus höheren Preis als die unverbindliche Preisempfehlung angeboten. Luxusmarken sind also derart konzipiert, dass sie von vielen Menschen begehrt werden, aber nur wenige können sie sich tatsächlich leisten. Auch Porsche produzierte schon immer limitierte Kleinserien, die gleich ausverkauft sind. Verknappung des Angebots ist somit auch Teil der globalen Verkaufsstrategie. Rabatte wie bei anderen Herstellern kommen bei Porsche nicht infrage. Die Aussage des einstigen Porsche Chefs Wendelin Wiedeking trifft oben Gesagtes auf den Punkt: „Wir produzieren immer ein Auto weniger, als der Markt verlangt“. Auch Bekleidungshersteller wie H&M und Zara bringen neue Mode in geringen Stückzahlen fast im Wochenrhythmus nach dem Motto „So lange der Vorrat reicht“ in ihre Geschäfte. Wichtig ist es zudem, das Sortiment laufend zu wechseln, um den Kaufanreiz zu steigern. Das beschert den Detaillisten eine ständig wechselnde Warenpräsentation und generiert somit eine höhere Kundenfrequenz. Kunden schauen häufiger in Geschäften vorbei, in denen es eine schicke Jacke, eine günstige Hose oder eine ausgefallene Tasche nur für kurze Zeit oder in geringen Mengen gibt, als in Läden mit dem immer gleichen Angebot. Booking.com macht von diesem Prinzip ebenfalls an vielen Stellen Gebrauch. Dem Besucher wird durch diverse Angaben die rege Nutzung des Buchungsportals vermittelt. Dieser sieht sofort, dass sich neben ihm noch viele weitere Interessenten auf der Website bewegen, Angebote betrachten und buchen:                 Quelle: booking.com Bei der künstlichen Verknappung beobachten Experten unterschiedliche Strategien. Bei den Luxusgüterherstellern ist das Vorgehen teuer und selten. Hier steckt ein hoher Marketingaufwand dahinter, durch den die Begehrlichkeit gesteigert werden soll. Grosse Mengen, günstig und nur für kurze Zeit – das ist die Strategie von Modeherstellern wie beispielsweise H&M und Zara. Dies setzt eine bestens organisierte Logistik voraus, da auch die grosse Menge an Restposten eingeplant werden muss. Die dritte und letzte Variante lautet: kleine Mengen, kleine Preise. Dies klingt nach einem unrentablen Geschäft, den Herstellern dient dies jedoch zur Imagesteigerung. Angelehnt an die Luxusstrategie bringen zum Beispiel Nike und Adidas Schuhe in limitierten Auflagen heraus, die mit gut 150 Fr. bezahlbar sind. Die Produkte werden aufwändig präsentiert, nur Insider wissen, wann und wo es die seltenen Modelle gibt. Auch diese Strategie geht nach Aussagen der Markenanbieter auf: Auf dem Second-Hand-Markt verkaufen sich die 150 Fr. Schuhe für ein Vielfaches. Weiterführende Erklärungen zum Thema gibt es in folgendem Video: https://youtu.be/y8nBsXWgXwo   Fazit Die künstliche Verknappung zählt zu einer effektiven Verkaufsstrategie. Da keine Ressource unendlich verfügbar ist, ist so gut wie alles knapp. Dies entsprechend zu kommunizieren kann sicherlich bei vielen Produkten einen sehr grossen Hebel zur Verkaufssteigerung darstellen. Falls bei einer gegebenen hohen Nachfrage das Angebot limitiert wird, treibt das im Normalfall den Preis nach oben, dadurch kann bei weniger Umsatz mehr Gewinn erzielt werden. Die Verkaufsstrategie der künstlichen Verknappung muss entsprechend dem Geschäftsmodell einer Firma, dem Angebot und vor allem der Zielgruppe entsprechend definiert und angepasst werden. Auch wenn ein Produkt künstlich knappgehalten wird, ist es wichtig, auf dem Markt und bei den Kunden stetig präsent zu sein und zu bleiben. Quellen: Dominik Pietzcker /Christina Vaih-Baur / Die Kunst der Verknappung – Kommunikationsstrategien für Luxusmarke / Springer Gabler (2018) https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/wie-die-verknappungsstrategie-funktioniert-seltene-ware-ist-gefragt-seite-2/2709326-2.html?ticket=ST-357926-MkFSOEqV6sQZHLP2FO7W-ap6 https://www.konversionskraft.de/conversion-optimierung/verknappung-im-e-commerce.html https://www.best-practice-business.de/knappheitsmarketing/ https://www.zeit.de/2016/46/porsche-autodiebstahl-geldanlage

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Sales Excellence 2019

Aus dem Unterricht Sales Excellence berichtet ​Patrick Züchner Sales Excellence: Der Kunde im Fokus Sales Excellence mit Fokus Kundenbeziehungs- und Informationsmanagement war wieder 2019 ein wichtiges Thema. Kernfragen in Bezug auf den Vertrieb sowie dessen Entwicklung und den damit verbundenen Investitionen sind häufig: Was bringt es? Was kostet es? Wann ziehe ich einen Nutzen aus dieser Investition (RoI)? Sales Excellence liefert Antworten auf diese zentralen Fragenstellungen und gibt den Weg vor, wie Unternehmen durch die konsequente Ausrichtung auf den Kunden dauerhaft ihre Erträge steigern können. Klassische Vertriebsorganisationen stossen an ihre Grenzen. Digitalisierung, Big Data und Multi- Omnichanel sind nur wenige Stichwörter, welche im Besonderen auch im Vertrieb Einzug gehalten haben. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Kundenbedürfnisse und Investitionen im Auge zu haben. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, ist es unerlässlich, sowohl die Produktivität als auch die Kundenorientierung stätig zu verbessern sowie bestehende Prozesse zu hinterfragen und wenn angezeigt, neu zu beurteilen und zu optimieren. Ziel ist es, kundenzentriert zu arbeiten und durch eine inklusive Organisation (in Verbindung mit gegenseitigen Werten «mutual Value» (Kunde & Unternehmen)) das Kundenerlebnis zum beiderseitigen Vorteil zu entwickeln: Kauf- Folgekauf- Loyalität- Weiterempfehlung Sales Excellence- Definitionen: Sales Excellence ist der direkteste Hebel zur Steigerung der Unternehmenserträge. Denn eine herausragende Vertriebsperformance wird für Unternehmen immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil in hart umkämpften Märkten (Batten & Company). Sales Excellence hilft im Spannungsfeld zwischen Produktivitätssteigerung und Kundenorientierung den Verkauf systematisch zu professionalisieren (Homburg). Sales Excellence ist ein Managementframework, das helfen soll, Schwächen im Verkauf und Vertrieb aufzuzeigen und Lösungsansätze zu entwickeln. Dabei sollen Kompetenzen zur systematischen und kontinuierlichen Verbesserung auf- bzw. ausgebaut werden (Staudacher). Das HWZ Model Quelle: Darstellung Staudacher nach Homburg/Schäfer/Schneider (2016). In den meisten Betrieben stellen sich die Fragen: Gibt es eine Vertriebsstrategie, welche sich aus der Unternehmensstrategie ableitet? Kennen die Vertriebsmitarbeiter diese Strategie? Eine Umfrage in der diesjährigen Klasse zeigte ein deutliches Bild. Die Schwächen in Sales Excllence bestehen vor allem im Kundenbeziehungs- und Infomationsmanagement auch im Jahr 2019. Ein weiterer entscheidender Punkt, auf den ich Bezug nehmen möchte, ist das Informationsmanagement. Wie werden die Daten, welche vorhanden sind, verarbeitet (von Excel bis CRM in Vollversion)? Kommunizieren die vorhandenen Systeme im Betrieb miteinander und kommt am Ende das gewünschte Ergebnis heraus? Es gilt grundsätzlich zu beantworten zu welchem Zweck ein CRM System dient und wer den Hauptnutzen daraus zieht? Das Management zur Auswertung von KPIs und Verkaufszahlen (Mitarbeitercontrolling) oder Für den Kunden, um ihn besser zu verstehen und die Vertriebsmitarbeiter zu befähigen. Unter genauerer Betrachtung ist es meistens ersteres. Eine Ausrichtung auf den Kunden benötigt die richtigen Daten, um mit Unterstützung des Systems Cross & Upselling Potentiale zu erkennen im optimalen Fall den Kunden langfristig ans das Unternehmen zu binden. Fazit: Eine kontinuierliche Überarbeitung der bestehenden Prozesse zu einem zukunfts- und kundenorientierten Kundenbeziehungsmanagement, gestützt auf Kundeninformationssysteme, welche mit den richtigen Daten versorgt werden, ist das Fundament für den Erfolg.  In den im Unterreicht geführten Diskussionen der Studierenden rund um das Sales Excellence Model wurde vor allem im Aufbau einer Kundenbeziehungsstrategie sowie dem richtigen Einsatz von Kundeninformationen grosses Potential erkannt. Zu einer Einführung von Sales Excellence in den Bereichen Verkaufsstrategie und Verkaufsmanagement folge diesem Link

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Kundendaten im Verkauf von Innovationen

Gerne stellen wir ein erstes Zwischenergebnis der Sales Excellence Studie vor. In Zusammenarbeit zwischen der HWZ und dem Sales und Marketing Department der Universität Bochum wurde unter anderem der Bereich Verkauf von Innovationen untersucht. Dabei gaben die teilnehmenden Unternehmen an, dass die systematische Nutzung von Kundendaten im Verkauf von Innovationen eine der grössten Schwachstellen ist. Verkaufende besitzen nicht die Möglichkeit, das Kundenfeedback systematisch an das Produktmanagement zurückzuspielen. Es fehlen anscheinend in Unternehmen Prozesse, welche die Nutzung von Kundendaten hinsichtlich des Verkaufs von Innovationen effizient unterstützen. In der Praxis ist eine starke Silo-Mentalität zwischen Verkauf und Produktmanagement zu beobachten. Gerade bei Innovationen scheint es zu Schuldzuweisungen zwischen den beiden Organisationsabteilungen zu kommen. Während der Verkauf unterstellt, dass das Angebot einen zu geringen Wert für die Kunden bereithalte, geht das Produktmanagement davon aus, dass die Verkaufenden an den höheren Anforderungen beim Verkauf von Innovationen scheitern. Kundendaten sind die wichtigste Ressource eines Unternehmens. Gerade aber im Verkauf von Innovationen werden Kundendaten nach der Produktentwicklung und mit Beginn der Vermarktung zu wenig genutzt. Die Nutzung von Kundendaten im Verkauf von Innovationen steht dabei vor mehreren Herausforderungen: Die Kunden haben Ängste, Innovationen einzuführen Der Mehrwert muss meist partnerschaftlich ausgearbeitet werden – höherer Aufwand Die Preiswürdigkeit ist meist unklar Innovationen stehen in Konkurrenz zu den bisherigen Angeboten Unternehmen sind gefordert, Prozesse zwischen beiden Abteilungen aufzubauen. Dabei kommt der systematischen Gewinnung und Auswertung von Kundendaten oberste Priorität zu. Verkaufende sollen das Kunden-Feedback möglichst anhand von Skalen einordenen. Dann gilt es, die gesammelten Daten auszuwerten. In einem weiteren Schritt muss sichergestellt werden, dass beide Abteilungen regelmässig den Austausch suchen und auf Basis der Kundendaten gemeinsam Lösungsansätze entwickeln. Der Verkauf von Innovationen in einer Überflussgesellschaft mit immer grösserer Angleichung der Angebote und gleichzeitigen Spezialisierung stellt Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Spannungen zwischen Verkauf und Produktmanagement gilt es abzubauen bzw. sinnvoll zu kanalisieren. Der Aufbau von Prozessen zur systematischen Gewinnung und Auswertung von Kundendaten scheint in der Praxis noch nicht etabliert. Hier müssen viele Unternehmen ansetzen, um die Agilität im Verkauf hochzuhalten.

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Rabatte und Konditionen 2019

Aus dem Unterricht Rabatte und Konditionen 2019 berichtet Flavio Gwerder «Preise aktivieren unser Schmerzzentrum» (Christian Schleier, Psychologe am California Institute of Technology) und «Rabatte sind rezeptfreie Schmerzmittel» (Axel, Familienvater in Oldenburg) – mit diesen Zitaten hat der Unterricht zum Thema Rabatte und Konditionen 2019 begonnen. Rabatte sind Preisnachlässe, die den Kunden im Vergleich zum Normal- oder Listenpreis mit der Rechnungsstellung gewährt werden (z.B. Mengenrabatte, aktionsbezogene Sonderrabatte oder Einzelrabatte, die durch den Aussendienst vergeben werden). Boni sind ebenfalls Preisnachlässe, die jedoch erst nach Rechnungsstellung gewährt werden (z. B. Treuebonus bei Erreichung bestimmter Abnahmemengen durch den Kunden oder Bonus für Händler als Gegenleistung für die Unterstützung bei Neuprodukteinführungen). Das Rabatt- und Bonussystem, auch als Konditionensystem bezeichnet, meint die Gesamtheit aller Regeln, nach denen Rabatte bzw. Boni an Kunden bzw. Absatzmittler vergeben werden. Die parallele Anwendung verschiedenster Rabatt- und Bonusformen im Rahmen des Rabatt- und Bonussystems des Unternehmens kann anhand einer sogenannten Preistreppe illustriert werden: Sie veranschaulicht das „Abbröckeln“ des Grundpreises über die Zwischenstufen des Rechnungspreises (Berücksichtigung von Rabatten) hin zum tatsächlich erzielten Preis (Berücksichtigung von Rabatten und Boni). Folgende verschiedene Arten von Rabatten werden unterschieden: Funktionsrabatt Barzahlungsrabatt Mengenrabatt Treuerabatt Zeitrabatt Grundsätzlich sollen Rabatte möglichst vermieden werden, beispielsweise durch Value-Selling oder Preisdifferenzierung. Häufig sind Rabatte nicht begründet und auch die Preistreppe stimmt nicht. Der Zusammenhang zwischen Kundenwert und Rabatt im B2B-Bereich ist oft nicht gegeben. Bei grossen Firmen wird das Rabattsystem häufig nach bestimmten Verhaltensmustern vergeben, beispielsweise in 5 %-Schritten. Es ist wichtig, dass die Vertriebsstrategie Kriterien für die Vergabe von Rabatten und Boni festlegt und damit die Grundlage für ein effektives Konditionensystem geschaffen wird. Es gibt Firmen, die bis zu 15 Rabattstufen haben. Mögliche Boni sind: Volumenbonus, Loyalitätsbonus, Logistikbonus, Cross- und Upselling oder Effizienzrabatt. Die hohen Rabatte werden meistens auf die Kosten gewährt und nicht auf beispielsweise Loyalität. Letzteres ist wenig kundenbezogen. Ebenfalls muss der Basispreis stimmen, denn wenn der Preis einmal angeboten wird, wird es schwierig, jemals wieder eine Preissteigerung umzusetzen. Es gibt immer mehr Firmen, bei denen ein dezidiertes Team nur für das Pricing zuständig ist. Generell sind beim Pricing verschiedene Abteilungen involviert, wie zum Beispiel das Controlling, Risk, Marketing & Marktforschung, Vertriebsmanagement sowie das Produktmanagement. Der Wunsch ist es, das Preismodell möglichst ertragsmaximiert und zur Kundengewinnung zu gestalten. In der Realität wird das Preismodell meist zu komplex, sodass Probleme bei der Kundengewinnung entstehen, da die Kunden das Modell nicht verstehen. Im Rahmen der Preisoptimierung gilt es sich mit drei zentralen Fragestellungen und deren Wechselwirkungen auseinanderzusetzen, um so die nutzbaren Preisspielräume zu identifizieren. Welche Preise bestimmt der Markt? Welche Preise brauchen wir zur Erreichung unserer ökonomischen Zielsetzungen? Welche Preise sind die Kunden bereit, für unsere Marke/Leistungen zu bezahlen? Eine Sonderkonditionsvergabe kann man starr umsetzen (wenn Volumen x, dann Rabatt x) oder so, dass die Vertriebler die Sonderkonditionen frei und individuell aus einem Topf an den Kunden vergeben können. Der Vertrieb braucht eine gewisse Flexibilität, die in letzterem Fall gegeben ist. Als Empfehlung könnte ein Pool erstellt werden, der für Sonderrabatte geeignet wäre. Aus diesem Pool können die Vertriebsleute das Geld für Sonderrabatte verwenden, bis dieser aufgebraucht ist. Dies kann entsprechend auf Verkaufsgebiete oder auch auf Kundengruppen angewendet werden. Fazit: In vielen Branchen ist ein Rabatt ein gutes Mittel zur Neukundengewinnung sowie zur Bindung von bestehenden Kunden. Es wird ein Kaufanreiz geboten und der Umsatz kann gesteigert werden. Wer mit Preisnachlässen arbeitet, sollte darauf achten, dass er trotzdem auf seine Kosten kommt. Auf dem Markt gibt es IT-unterstützte Preismanagement-Tools, die dem Unternehmer helfen, Rabatte richtig zu berechnen. Es kann vorkommen, dass gute Vertriebsleute der Geschäftsleitung mitteilen, dass zu viel Rabatt gegeben wird und somit die Marke geschwächt oder sogar kaputt gemacht wird. Einen Rabatt für eine Gegenleistung des Kunden zu gewähren ist sinnvoll, beispielsweise wenn der Kunde im B2B-Bereich seine Cross- und Upselling-Ziele erreicht. Es sollen möglichst kundenwertorientierte Konditionssysteme und nicht nur auf den Umsatz bezogene Konditionssysteme gestaltet werden. Das Wichtigste dabei ist die Loyalität. Quellen: – Journal of Professional Pricing: ‘The Journey to Pricing Excellence’, 2002 – Homburg/Schäfer/Schneider: Sales Excellence, 8. Auflage 2016, Springer/Gabler

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Kundeninformationsmanagement 2019

Aus dem Unterricht Kundeninformationsmanagement 2019 berichtet Remo Seeholzer Der Dozierende stellte Studien zum Kundeninformationsmanagement 2019 vor, die zeigen, dass zahlreiche Unternehmen Schwächen in diesem Bereich haben. Bei der Sales Excellence Umfrage unter uns Studierenden, die in sehr unterschiedlichen Branchen arbeiten, ergab sich kein besseres Bild, was das Problem  klar widerspiegelt. Es stellt sich die zentrale Frage: Wo besteht Potential im Bereich Kundeninformationensmanagement? In einem Brainstorming wurden zahlreiche Ansätze zur Verbesserung der Kundendaten genannt: richtig abgefüllte Kundendaten im CRM Lebenszyklus des Kunden mit Produkten und Dienstleistungen, die er bezogen hat die wichtigsten Entscheidungsträger beim Wechsel wichtiger Mitarbeiter bei Unternehmungen, wer ist ihr neuer Arbeitgeber? Zahlungsmoral Es wurde auch aufgezeigt, dass digital führende Unternehmen auf fünf wesentliche Punkte achten, die für den Erfolg entscheidend sind: Customer-Journey-Insight Optimierte Vertriebsprozesse Optimierte Einzelkanäle Cross-Kanal-Integration Salesenables Ebenfalls wurde aufgezeigt, dass Informationsfluss und Informationsgewinnung sich immer schneller verändern. Wenn wir von den vier Ebenen der Vertriebsunterstützung sprechen, so sind dies Salesforce Automation, Marketing Automation, Content Management und Salesforce Enablement. Im Verkauf benötigen die Verkäufer immer bessere Hilfestellungen, da die Kunden sich im Vorfeld bereits gründlich informiert haben. Es ist bewiesen, dass ein Verkäufer, der Unsicherheiten beim Verkauf aufzeigt, durch Wissensnachteile mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht zum Abschluss kommt und der Kunde ihn nicht als kompetent wahrnimmt. Das richtige System für die Datengewinnung? In unserer Studiengruppe haben wir festgestellt, dass diverse Programme in verschiedenen Stufen für das Kundeninformationsmanagement eingesetzt werden. Meist wird in ERP- und Marketingprogramme investiert, während das Controlling oder die Datengewinnung grösstenteils vernachlässigt werden. Was bei den Unternehmungen noch nicht angekommen ist, dass ein seriös geführtes CRM-System entsprechende Vorteile bringen kann. Wer Menschen zu Fans machen will, muss Botschaften an ihre Herzen senden und eine langfristige Beziehung mit ihnen aufbauen. Doch wie geht das? Ist Customer-Relationship-Management, kurz CRM, die Antwort? Verschiedene Studien haben gezeigt, dass 30 % bis 60 % der Investitionen in ein CRM-System umsonst sind, weil das Projekt gänzlich oder zum Teil scheitert. Bei vielen Unternehmungen fehlt gänzlich die mangelnde Akzeptanz zur Pflege des CRM, das vom Management meist nur zur Kontrolle genutzt wird. Was man auch feststellt, ist, dass zahlreiche branchenspezifische Software-Produkte als CRM-Lösung genutzt werden. Hier gibt das Budget jeder Unternehmung vor, in welche Richtung es geht und gibt es eine riesige Spannweite von Systemen von teuer bis preisgünstig. Die preisgünstigen Systeme sind meist etwas anfälliger oder der Support lässt zu wünschen übrig. Beim Finden des richtigen CRM-Systems ist viel Wissen erforderlich. Wurde schliesslich ein System gefunden, so ist es im Zyklus einer Unternehmung meist nicht das letzte. Kundeninformationsmanagement stellt auch auf der technischen Ebene die Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Marketingautomation richtig nutzen? In einem weiteren Teil des Unterrichts erläuterte der Dozierende die Marketingautomation. Marketing Automation sind umfassende integrierte Softwaresysteme, die wiederholend Marketing-Aufgaben automatisch ausführen. Dabei werden «triggerbasiert» mehrere Kommunikationskanäle bedient und Interessenten schneller zu Kunden gemacht. Auch hier gibt es wieder unzählige Systeme, mit denen man den Automatisierungsgrad steigern kann, um eine effiziente Kundenbeziehung zu pflegen. Mit solchen Systemen können wichtige Daten gesammelt werden. Hier kann man das Verhalten jedes einzelnen Kunden verfolgen und ihm entsprechende Angebote machen. Hier sieht man deutlich die Entwicklung von E-Mail-Marketing zu Marketing Automation. Zu Beginn wurden Newsletter versendet, anschliessend wurde das Verhalten der Kunden getrackt. Mit Marketing Automation kann man heutzutage Lead scoren, segmentieren, Sales-Prozesse definieren und vieles mehr. Wie komme ich an die richtigen Kundendaten? Wann geben Kunden ihre Daten preis? Wie schaffen wir es, Kundendaten in der richtigen und wichtigen Qualität zu erhalten? Hier müssen wir attraktiv Gegenleistungen präsentieren, damit der Kunde seine wertvollen Daten mit uns teilt. Dazu benötigt es für individuelle Beziehungen jedoch relevante individuelle Kundeninformationen. Die Online-Geschäftsmodelle haben die Bedeutung relevanter individueller Kundendaten erkannt. Sie werden in verschiedenen Abschnitten der Findung und Kaufprozesse genutzt. Es werden schon erste Angebote nach einem Webseite besucht gesendet. Man bekommt immer wieder neue Angebote anhand der Suchkriterien und Bewegung auf einer Webseite. Wir werden nach einem Kauf nach der Zufriedenheit gefragt und so werden die Daten immer wieder angepasst und verfeinert. Es steht immer ein stetiger Verbesserungsprozess der Angebote und Dienstleistungen im Vordergrund. Fazit: In einem sich stark verändernden Verkaufsumfeld wird es immer essenzieller, die Kunden zu verstehen. Grundlage hierfür ist es, Kundendaten in der richtigen Qualität zu erhalten, um anschliessend für den Kunden ein passendes Angebot zu erstellen. Es gilt die Potentiale des Kundeninformationsmanagements besser zu nutzen. «Wichtig ist nicht nur Daten zu sammeln, sondern sie richtig auszuwerten und einzusetzen.»

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